Schulleben Abschluss-Abiturgruppe

„UNTERIRDISCH“

So packend ist die Wissenschaft an der TU Freiberg

Am 12. Juni 2026 durften unsere Schülerinnen und Schüler das Audimax der TU Freiberg besuchen und dort in eine faszinierende Welt abtauchen, die den meisten Menschen verborgen bleibt: die Welt unter unseren Füßen. Unter dem Motto „Unterirdisch“ führte kein Geringerer als der bekannte KiKA-Moderator Johannes Büchs durch eine Geo-Show, die alles andere als trocken war. Im Gegenteil: Sie war lebendig, informativ und es gab einiges zu gewinnen.

Die Show war vollgepackt mit echten Highlights und exklusiven Einblicken in die Arbeit von Geowissenschaftlern und Geoingenieuren. Dabei wurden viele spannende Fragen geklärt und immer wieder kleine Quizaufgaben gestellt, die das Publikum beantworten durfte.

Was macht eigentlich ein Markscheider? Das klingt im ersten Moment altmodisch, ist aber hochmodern! Uns wurde eindrucksvoll gezeigt, wie untertägiges Geomonitoring funktioniert – also wie man Hohlräume tief unter der Erde mit High-Tech-Robotern überwacht, damit an der Oberfläche alles sicher bleibt. Ein Geophysiker und Geoinformatiker nahm uns zudem mit auf seine weltweiten Reisen, die ihn beispielsweise in die Wüste nach Namibia und in die entlegensten Gegenden von Nevada führen. Seine Aufgabe ist es, künstliche Erdbeben zu erzeugen und diese seismografisch zu erfassen, um das Innere der Erde wie beim Ultraschall zu durchleuchten. Als besonderes Highlight ging es am Ende per Liveschalte direkt in das berühmte Bohrkernlager nach Bremerhaven. Die Jugendlichen erfuhren hautnah, wie Forscher mithilfe von Bohrkernen die Klimageschichte unserer Erde entschlüsseln.

Ein Geologe, der sich nicht nur mit Gesteinen, sondern auch mit den darin verborgenen Fossilien auskennt, erklärte dem Publikum auf der Bühne, woran man eigentlich erkennt, wie alt unsere Erde ist und welche Geheimnisse in scheinbar einfachen Steinen stecken. Doch was muss man für diesen Beruf überhaupt mitbringen? Um das anschaulich zu beantworten, packte er kurzerhand seinen echten Expeditionsrucksack aus: Hammer und Meißel, ein Glücksbringer, Feldbuch und jede Menge Entdeckergeist! Spätestens am Ende war für alle im Saal klar, dass die Geowissenschaften kein verstaubtes Fach sind, sondern ein echtes Abenteuer mit weltweiten Einsatzmöglichkeiten.

Neben den puren Fakten bekamen die Jugendlichen auch einen tollen Einblick in das studentische Leben an der TU Freiberg. Was die Universität so besonders macht, sind die kleinen Lerngruppen, enorm viel Praxis im universitätseigenen Bergwerk sowie in den Laboren und eine intensive, individuelle Betreuung, bei der die Studierenden eben keine anonymen Nummern sind.

Die Geo-Show war somit nicht nur unglaublich informativ, sondern hat bei vielen von uns die Neugier und das Interesse für die vielfältigen – und vor allem zukunftssicheren – Studiengänge an der TU Freiberg geweckt. Wer weiß, vielleicht sehen wir ja in ein paar Jahren das eine oder andere bekannte Gesicht aus unserer Schule im Forscherkittel oder mit Helm unter Tage wieder!

Text: Louise Eibisch


Abschlussfeier Jahrgang 10  

Am Freitag, den 26.06.2026, war es so weit: Die Abschlussfeier des Jahrgangs 10 fand „bei Zwillings“ in Hilbersdorf statt. Bei sehr warmen Temperaturen, leckerem Essen und in einer tollen Location wurden die bestandenen Prüfungen unserer Schüler:innen gemeinsam mit Familien und Freunden gebührend gefeiert. 

Nach dem Sektempfang hielt Herr Steinhardt eine Rede, in der er die Themen Wasser und Fluss als Bilder für den Lauf des Lebens aufgriff. Im Anschluss würdigte der Vorstand in einer kurzen Ansprache die Leistungen aller Absolvent:innen. Danach richtete auch das Stammgruppenteam, Frau Morgenstern und Frau Eppendorfer, einige Worte an die Anwesenden. Und dann gab es endlich die wohlverdienten Abschlusszeugnisse. 

Alle Jugendlichen haben ihre Abschlussprüfungen bestanden. Darauf können sie wirklich stolz sein – wir sind es auf jeden Fall! 

Im Laufe des Abends gab es die Möglichkeit, Fotos der 10er aus den letzten Schuljahren auf einer Leinwand anzuschauen. Auch von ihnen gab es einen eigens gestalteten Programmpunkt: So wurden Lehrer:innen ausgezeichnet, zum Beispiel als die Chaotischste, die Beste oder als zukünftiger Bundeskanzler. Dafür gab es für jede und jeden sogar eine selbstgebastelte Krone. 

Auch die Schüler:innen des Jahrgangs 10 wurden mit Kronen geehrt, zum Beispiel als Big Boy, Unikat oder als ständiger Zuspätkommer. Ein Beitrag des pädagogischen Teams durfte ebenfalls nicht fehlen. So gab es für die Schüler:innen ein Quiz, bei dem sie zum Beispiel herausfinden mussten, wer gern Insekten bestimmt, beim Unihockey Tore schießt oder wer als Kind gern Hebamme werden wollte. 

Es war ein gelungener Abend. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben. 

Text: Tina Eppendorfer


Endspurt in der Abiturstufe – Entšpuàt in deà Abítuàštúfè

Endspurt in der Abiturstufe – das bedeutet alle Jahre wieder: Abiturprüfungen für die einen und Wissenschaftliche Arbeit für die anderen, beides natürlich Langzeitprojekte, bei denen jedoch selbst der beste Zeitmanager in der Endspurtphase deutlich ins Schwitzen kommt.

So kämpften auch in diesem Schuljahr unsere Schüler:innen aus den Jahrgängen 11 und 12 mit der Tatsache, dass die Projektwoche „Wissenschaftliche Arbeit“ eben nur fünf Tage hat und das wohlverdiente lange Wochenende leider erst nach dem Ausdrucken der fertigen Arbeit begonnen werden kann. Natürlich, seit Herbst war man sich dessen bewusst gewesen, dass die Arbeitszeit bereits begonnen hatte, jedoch führt bekanntlich nicht jedes Bewusstsein automatisch zur Initiative. So waren die Wochen verstrichen, während im Hinterkopf vage Projektideen heranwuchsen und eben auch so vieles andere bewältigt werden musste. Umso schöner, dass schließlich, nach einer sehr intensiven und teilweise auch krisengeschwängerten Arbeitswoche, am Freitag um 16 Uhr elf fertig ausgedruckte Wissenschaftliche Arbeiten vorlagen.

Die Themen zu diesen Arbeiten sind frei wählbar, Unterstützung bekommen die Schüler:innen von einem aus dem Kollegium gewählten Mentor. Wichtig ist, die Fragestellung so zu entwickeln, dass das Ergebnis über eine bloße Betrachtung des Forschungsstandes hinausgeht. Nach Abgabe muss zudem die Wissenschaftliche Arbeit im Rahmen eines Kolloquiums, bestehend aus Präsentation und Prüfungsgespräch, öffentlich verteidigt werden.

 Auch in diesem Jahr erstaunte die Themenwahl einiger Schüler:innen, gleichzeitig spiegelt sie deutlich die vielseitigen und teilweise auch sehr ambitionierten Interessen unserer 11.- und 12.-Klässler. So wurde unter anderem versucht, das Problem der Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn zu lösen oder ein neues, phonetisch begründetes Rechtschreibkonzept zu entwickeln, das all unzàrè dísbètsűklicèn Próblémè überwinden könnte. Eine Schülerin veranschaulichte die Deeskalationsstrategien von Oktopussen, eine andere evaluierte den bestehenden Sportunterricht an der FGS und konnte, dank einer Umfrage in der Obergruppe, durchaus realisierbare schüler- und lehrerfreundliche Gestaltungsmittel unterbreiten. Des Weiteren wurde die Fragen beantwortet, ob umgedrehte Busse am Dresdner Neumarkt oder ein Kruzifix, das in einer gelblichen Flüssigkeit badet und betitelt ist als „Piss Christ“, tatsächlich als zeitgenössische Kunst eingeordnet werden sollten. Für uns alle waren dies durch und durch bereichernde Stunden und wir sind gespannt, was wir im nächsten Schuljahr von unseren wissenschaftlichen Arbeiter:innen lernen dürfen.

Während die einen also forschten und tippten, machte die andere Abitur. Ganz allein kämpfte sich Lucill Seifferth durch ihre acht Prüfungen. Natürlich wurde sie unterstützt von den Kolleg:innen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und der FGS, jedoch hätte es sicher gut getan, wenigstens einen weiteren Mitstreiter an Bord zu haben.

Umso stolzer sind wir, deine Lehrer:innen und Mitschüler:innen, auf dich und das Erreichte, liebe Lucill. In deinen Lieblingsfächern konntest du glänzen, in den anderen gelang es dir, gelassen zu bleiben. Von deinen Stärken konntest du profitieren, ja teilweise sogar über dich hinauswachsen, und deine Schwächen konntest du einfach akzeptieren. Dies alles ist für uns, liebe Lucill, ein wunderbares Ergebnis unserer schulischen Ausbildung. Ein Schulabschluss ist etwas, auf das jeder stolz sein darf. Ein Schulabschluss jedoch, mit dem man selbst voll und ganz zufrieden ist, weil man anerkennt, dass dieser die eigenen Potenziale und Anstrengungen spiegelt, das ist eine wunderbare Erfahrung, von der man bei allen zukünftigen Herausforderungen profitieren wird. In diesem Sinne: Weiter so!

Text: Verena Steinhardt


Ein Blick in die Geschichte – Schwarz-Rot-Gold – Wehrhafte Demokratie

Am 12.02.2025 besuchten die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs die Ausstellung „Wehrhafte Demokratien: Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und die Verteidigung der Weimarer Republik“. In der Ausstellung, welche anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung des Reichsbanners entstanden ist,  konnten sie viel über die Herausforderungen der jungen Demokratie in Deutschland lernen.

      

Die Ausstellung zeigt, wie das Reichsbanner 1924 gegründet wurde, um die Weimarer Republik zu verteidigen. Mitglieder der SPD, DDP und der Zentrumspartei schlossen sich zusammen, um gegen die Angriffe von Rechts- und Linksextremisten zu kämpfen. Es war beeindruckend zu sehen, wie engagiert die Menschen damals für ihre Demokratie eintraten. In vier spannenden Abschnitten erfuhren die Schüler:innen mehr über die Gründung des Reichsbanners, seine Aktivitäten zur Verteidigung der Republik und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Besonders berührend war der dritte Teil, der den Widerstand und die Verfolgung ehemaliger Mitglieder während der Zeit des Nationalsozialismus beleuchtete. Leider war die Ausstellung sehr textbasiert. Viele Fotos machten die Geschichte allerdings lebendig und zeigten, wie wichtig es ist, für die Demokratie einzustehen. Unser Besuch hat den Jugendlichen die Bedeutung von politischem Engagement nähergebracht.

Louise Eibisch


Stammgruppenfahrt der Schwarzen Schwalben

Die diesjährige Stammgruppenfahrt der Abiturstufe wurde erneut unter dem Motto geplant, mit größtmöglicher Flexibilität auf alle Eventualitäten und sich spontan ergebenden Interessen eingehen zu können. Mit Jena war die Wahl auf eine interessante, sehr junge und studentische Stadt mitten in der schönsten Natur und ganz in der Nähe von geschichtsträchtigen Orten wie Naumburg oder Weimar gefallen, sodass uns klar war, wir würden eigentlich ALLES erleben können!

Angesichts der Hitze reduzierte sich unsere Unternehmungslust jedoch ganz von selbst. So entschieden wir uns anstelle von Naumburg, Thüringer Wald oder Botanischem Garten für einen entspannten Tag im Freibad und auch unsere Stadtführerin gab bei ihrer Werbetour durch Jena vor allem den klimatisierten Unigebäuden den Vorzug.

Unseren dritten Jenatag verbrachten wir auf der Saale. Dank Strömung und Paddelkünsten waren wir meist angenehm nass und konnten auf diese Weise auch das anstrengende Umsetzen der Boote immer besser bewältigen. Zudem hatte uns glücklicherweise unser Bootsverleiher bzw. das Schulrecht nur das Schwimmen in fließenden Gewässern untersagt, jedoch nicht das Stehen im hüfthohen Wasser bzw. das Kentern von einem der „Lehrerinnen-Boote“.

Ein weiterer Höhepunkt unserer Fahrt war der abendliche Besuch des Planetariums. Nie wieder werden wir Pink Floyds „The Dark Side of the Moon“ in einer solch akustisch grandiosen Aufbereitung zu hören kriegen und dabei die psychodelischen Animationen von Roger Waters am Himmel sehen.

Abschließend bleibt Folgendes festzuhalten:

  • Jena ist eine tolle Stadt und sicher eine weitere Reise wert. Aber Vorsicht, die Anfahrt ist herausfordernd, denn Schienenersatzverkehr bedeutet nicht, dass das eine Verkehrsmittel auf das andere wartet, und außerdem bedeutet die Existenz einer Zugtür auch nicht unbedingt, dass sich diese öffnen lässt.
  • In Jena scheinen alle Menschen immer gut gelaunt zu sein. Es gibt die köstlichsten Pommes und jede Menge nette Kneipen und Strandbars und Parkanlagen.
  • Jenas Hostel erfüllt seinen Zweck. Wir hatten zwar keine Spülmaschine und auch keinen gemeinsamen Aufenthaltsraum, dafür aber ein kleines Spülbecken und viele Balkone und einen langen Gang, in dem wir unsere Essenstafel aufbauen konnten.
  • Die Selbstversorgung in der Abiturstufe klappt wunderbar. Kartoffeln mit Quark ist das kostengünstigste, unkomplizierteste und am besten sättigende „Massenessen“.
  • Der Rest des gemeinschaftlichen Haushaltens (Aufräumen, Spülen, Einkaufen usw.) klappte fast wunderbar. Hier gibt es eben, auch in einer Abiturstufe, Menschen mit unterschiedlichsten Beteiligungspotenzialen. 

Liebe Schwarze Schwalben, es war uns, trotz aller Anstrengung, eine Freude. Danke für eure Geduld, eure Offenheit, eure Zuverlässigkeit und vor allem eure Fröhlichkeit.

Eure Stammgruppenlehrerinnen Tina Eppendorfer und Verena Steinhardt


Abschlussfahrt der 10. Klasse nach Leipzig

Wir, die diesjährigen 10er, sind bei unserer Klassenfahrt, welche für viele auch die Abschlussfahrt war, nach Leipzig gefahren.

Drei Tage durften wir die Luft der Großstadt und das Getümmel der Menschen genießen.

Am Montag dem 19.09. traten wir unsere Reise an. Mit dem Zug über Chemnitz erreichten wir am Mittag die wunderschöne Stadt. Nicht weit vom Hauptbahnhof befand sich unsere Unterkunft, das A&O Hostel. Nach der Abgabe des Gepäcks begaben wir uns auf den Weg zur Drachenbootsfahrt. Den Tag ließen wir mit einem Stadtbummel ausklingen.

Am Dienstag besuchten wir das Panometer mit dem Ausstellungsthema: NY 9/11. Nach dem interessanten Besuch bummelten wir noch einmal durch die Stadt, bevor wir zum sportlichen Teil der Fahrt kamen. Zum Auspowern besuchten wir den Adrenalinpark, wo wir Lasertag spielten. Durchgeschwitzt und platt fuhren wir mit der Bahn zurück und genossen die letzten Abendstunden unserer Reise im Schein der Stadt und Abendsonne vom Tower des MDRs.

In der Früh am Mittwoch holten wir uns noch einen Einblick in die ehemalige Stasiarbeit. Dafür besuchten wir das Museum Runde Ecke.

Danach mussten wir uns leider schon das Gepäck schnappen und die Heimreise antreten. Wir hatten drei schöne Tage in einer der schönsten Städte Deutschlands.  

Philip Skovgaard-Sörensen


Hilfe für die Ukraine

Ein Bericht von Hanna Skovgaard-Sörensen

Dankbarkeit und Freude in den Augen aller Beteiligten, als wir, Eltern, Schüler:innen und Lehrer:innen unserer Schule und der Brander Oberschule, ein Auto nach dem anderen vor dem extra für die Spenden angemieteten Lager in Polen ausluden.

Noch lange nach Schulschluss wurden am Freitag die gespendeten Hilfsgüter in der FGS abgegeben, vorsortiert und in drei Autos verladen. Samstagmorgen, 6.15 Uhr war Treff. 4 Stunden Fahrt nach Polen lagen vor uns, niemand wusste so genau was uns erwarten würde. Schon auf der Autobahn war die aktuelle Situation allgegenwärtig. Die Solidarität der Menschen über Landesgrenzen hinweg war gigantisch, alle Viertelstunde sah man bis unters Dach vollgepackt Autos. Viele mit Schildern “Help for Ukraine”. Aus der Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, Norddeutschland, Süddeutschland, Westdeutschland – eigentlich von fast überall her.

In Breslau war unser Ziel ein Lagerhaus. Auf dem Gelände begegneten uns viele Menschen, Schüler:innen, Menschen in Uniform, Freiwillige. Trotz der Sprachbarriere packten alle mit an, luden gemeinsam die Autos aus. Und mit jeder Kiste, jeder Packung Windeln wurden die Türme der bereits eingelagerten Spenden höher und größer. Man sagte uns, dass bereits ein LKW nach Lemberg (Ukraine) gefahren wäre und bis zum Abend zwei weitere mit Hilfsgütern Breslau verlassen sollten.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause im Zentrum Breslaus und einem Spaziergang über den schönen Markt trennten sich die Wege unserer Gruppe, ein Teil blieb noch in Breslau, ein Teil fuhr zurück nach Freiberg. Auch mein Papa und ich machten uns auf den Heimweg. Wir hatten vorsorglich die Sitzbank unseres Autos drin gelassen und zwei Sitzschalen eingepackt. Vielleicht fand sich irgendwer, der mit nach Deutschland fahren wollte. Zufällig kamen wir am Hauptbahnhof in Breslau vorbei. Wir wollten wenigstens versuchen, ob wir jemandem mit einer Mitfahrgelegenheit helfen könnten. Schon als wir uns einen Überblick vor Ort machten, merkten wir wie angespannt die Situation war. Hilfsorganisationen waren vor Ort, Rettungssanitäter, Polizei und hunderte Menschen aus der Ukraine, die mit immer neuen Zügen vor Ort ankamen. Die Volontäre vor Ort sagten uns, dass sie uns nicht einfach vermitteln könnten, da sie als Organisation nicht wüssten wie vertrauenswürdig wir sind – verständlich. Es gäbe jedoch die Möglichkeit privat Familien anzusprechen und ihnen eine Mitreise anzubieten. Am Bahnhof trafen wir dann wie durch Zufall eine kleine Personengruppe aus Dresden. Sie warteten auf die Schwiegermutter einer Freundin. Mit ihrer Hilfe hatten wir nochmal die Möglichkeit Geflüchtete im Bahnhof auf russisch und ukrainisch anzusprechen. Kurze Zeit später fand sich eine Mutter mit zwei Kindern, die gerne mitfahren wollte.

Das Problem: wir hatten zwar an zwei Kindersitze gedacht, aber nicht an eine Babyschale, sodass wir der jungen Mutter schweren Herzens sagen mussten, dass wir sie und ihr 3 Monate altes Baby nicht mitnehmen können. Es war frustrierend. Man hatte die Möglichkeit zu helfen und trotzdem klappte es irgendwie nicht. Alleine das Wissen, dass jeder der es mit dem Zug aus der Ukraine und von der Grenzen bis Breslau geschafft hatte Hilfe und eine Unterkunft erhielt und in Sicherheit war, milderte diese Ohnmacht nicht helfen zu können etwas ab. Die Menschen dort wurden versorgt. Anders die, die an der ukrainisch-polnischen Grenze ankamen. Innerhalb weniger Tage hatten sich in Freiberg und Umgebungen Gruppen zur Flüchtlingshilfe gegründet. In einigen Orten fuhren immer wieder Privatpersonen an die Grenze um Menschen nach Deutschland, in Sicherheit, zu bringen. Noch auf dem Rückweg von Breslau beschlossen wir als Familie, dass wir weiterhin helfen wollen. Wir haben den Platz und die Kapazitäten um Familien bei uns aufzunehmen

Einen Tag später, am Sonntag, kam die Anfrage, ob es uns möglich wäre, eine Großmutter mit ihrer 12 jährigen Enkeltochter für kurze Zeit bei uns aufzunehmen. Wenige Stunden später kamen sie bei uns an. Die Situation war schwierig. Die Sprachbarriere, die Erschöpfung, ein fremdes Land bei fremden Menschen waren beiden körperlich anzumerken. Sie hatten nichts bei sich, außer einer

kleinen, viel zu kleinen, Tasche mit wenigen Sachen. In der Tasche keine Kleidung, nur Papiere, etwas Essen und Trinken. Es war emotional. Die Oma war gänzlich blind, die Enkeltochter half ihr bei allem. Ohne einander wären sie aufgeschmissen.

Warum wir uns als Familie auf eine solch schwierige und für alle sehr emotionale Situation eingelassen haben? Warum wir als FGS so bereitwillig viele, viele Spenden gesammelt haben? Weil Menschen die ein solches Packet tragen Menschen brauchen, die hinter ihnen stehen. Die helfen und unterstützen. Und sei es nur durch das Kochen von ein paar Nudeln, das Spenden von Zahnbürsten oder das Vermitteln vom Gefühl in Sicherheit zu sein. Diese Menschen, die Mütter, diese Kinder, diese Männer und Frauen, Alte und Junge – sie brauchen uns. Sie brauchen uns und unsere Hilfsbereitschaft. Unsere Empathie.

Am Wochenende werden weitere Hilfsgüter von Freiberg in Richtung Polen und Ukraine gefahren. Spenden können weiterhin in der FGS abgegeben werden.


Into the Wild

Unsere diesjährige Stammgruppenfahrt ins ferne Dresden startete am Montagmorgen am Bahnhof in Freiberg und einem anschließenden Besuch im Dresdener Zoo. Zwischen Rentnern und Grundschulkindern entdeckten wir die Tiere in ihrem nicht-natürlichen Lebensraum. Nachdem wir den Zoo verlassen hatten und zu unserer Unterkunft, etwas außerhalb von Dresden, fahren wollten, gab in Dresden das Umspannwerk den Geist auf. Wir wurden einfach von der Straßenbahn stehen gelassen und mussten den weiten Weg zum Hauptbahnhof zu Fuß meistern. In der Unterkunft angelangt, war nicht klar, ob wir bleiben dürfen. Doch der Strom war bald wieder da und als dann auch endlich die fleißigen Einkäufer wieder zurück waren, gab es leckeres selbstgekochtes Essen!

Nach einem langen Spieleabend starteten wir am Dienstagmorgen gegen 10 Uhr an der Unterkunft, um im Rahmen des Kunstunterrichts die Gemäldegalerie „Alte Meister“ unsicher zu machen und nach einer zweistündigen Freizeit, im Lasertag sich wie James Bond zu fühlen. Das „Lowlight“ des Tages war der lange Fußmarsch, nachdem der Bus in die falsche Richtung fuhr, was natürlich nicht unsere Schuld war. Abends erreichte uns hoher Besuch von ehemaligen Schwarzen Schwalben, es wurde gemeinsam gegrillt.

Am Morgen führte uns der Weg zur Elbe, um nach Meißen zu paddeln. Die Bojen auf der Elbe erschwerten das Trockenbleiben im Boot. Der Regen führte dazu, dass die Stimmung kurz kippte. Nicht ganz in Meißen, aber trotzdem ziemlich nah (in Coswig), beendeten wir unsere Tour, bevor wir – diesmal etwas besser organisiert und ohne große Busfahrt – einkauften. 

Zum Abschluss unserer Fahrt und ziemlich ausgepowert besuchten wir die Gefängnisausstellung im Hygienemuseum, bevor es für uns zurück nach Freiberg (und zu ganz viel Schlaf) ging.

Text: Hanna Skovgaard-Sörensen und Felix Müller


Exkursion GK Physik zur TU Bergakademie Freiberg

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Nach fast 2 Jahren Pause durfte der Grundkurs Physik (Jg. 11-13) endlich wieder zum Experimentieren in die TU Bergakademie Freiberg gehen. Die Praktikumsversuche im Institut für Experimentelle Physik sind für die Schüler ein wichtiger Baustein für die Vorbereitung auf ihre Abiturprüfungen. Dabei besteht die Herausforderung in der häuslichen Vorbereitung auf die einzelnen Versuche sowie der Anfertigung eines umfangreichen Protokolls. Der zeitliche Rahmen liegt bei den Experimenten zwischen 3 und 4 Stunden, dabei sind vor allem die mehrgliedrigen Aufgabenstellungen und die elektronische Auswertung der Messdaten für die Schüler ein ungewohntes Betätigungsfeld.

Dafür bietet sich die Möglichkeit, an hochwertigen Arbeitsplätzen akademische Luft zu schnuppern. Leider besteht in der aktuellen Situation nur eine begrenzte Möglichkeit zum Austausch mit Mitarbeitern und Studenten der Fakultät für Physik und Chemie. Die Versuche dienen dem praktischen Erfahren des Unterrichtsstoffes, vor allem bei aufwendigen Aufbauten wie der Bestimmung der spezifischen Ladung eines Elektrons und beim lichtelektrischen Effekt (für dessen Deutung Einstein immerhin den Nobelpreis erhielt).

Text: Karsten Kurasch

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Bild der Woche

Elli Gerecke
Impresionismus