Kreation einer neuen Welt

Veränderung ist ein Begriff, der möglicherweise abschreckt. Er bedeutet für viele der Gang ins Ungewisse.

Aber Veränderung bietet auch immer die Chance, einen Schritt nach vorne zu gehen. Die Schülerschaft der FGS hat diesen Schritt in der Woche vom 06.05.2019 bis zum 10.05.2019 wahrgenommen: ausgestattet mit Schaufeln, Spaten und Handschuhen packten wir das Projekt „Schulhof“ mit rund 400 Händen an. Aufgeteilt in 15 Gruppen, die sich jeweils einem Schwerpunkt widmeten, verwandelten wir unseren Schulhof vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan.

Die Schüler waren von Anfang an guter Dinge.

„Ich erhoffe mir, am Ende der Woche möglichst keinen gebrochenen Finger zu haben, aber dafür das gute Gefühl, etwas für meine Schule getan zu haben.“, so der 12. Klässler Erik K. am ersten Tag.

Nach einer kurzen Ansprache inklusive Belehrung sortierten sich die Schüler in ihre Gruppen und wurden detailliert eingewiesen. Natürlich waren diese nicht allein. Ein hoch kompetentes Lehrerteam sowie Baggerfahrer und Eltern standen jederzeit tatkräftig zur Seite, und so kam es, dass der Schulhof bereits am Ende des ersten Tages die grobe Form, von dem, was er einmal werden sollte, erreicht hatte. Alle waren außerordentlich fleißig, ganz nach dem Motto „Man muss ja auch mal was für den Schulhof machen“, wie der 5. Klässler Phillip M. es ausdrückte. Auch der Leitspruch der Terrassen-Gruppe, „Wir kreieren eine neue Welt“, spiegelt die generelle Zufriedenheit und Motivation der Nachwuchs-Architekten wider. Am Ende des Tages konnten letztendlich alle guten Gewissens nach Hause gehen und voller Vorfreude den nächsten Tag abwarten.

 

 

Auch am Dienstag strotzten die Schüler nur so voll Motivation und Arbeitswille, und ihre Projekte nahmen immer mehr an Gestalt an. Durch Kuchenteller sowie Musik wurde an jeder Station für zusätzliche Motivation gesorgt. Probleme wurden durch Absprache der Schüler, trotz teilweise großer Altersdifferenz, elegant behoben. Der Schulhof wurde zu einem Ort, an dem handwerkliche Fähigkeiten erlernt wurden, Teamwork ausgebaut wurde, und Zweitklässlern Abiturienten erklärten, wie man ordentlich ein Beet anlegt.

Mitte der Woche konnte man ganz eindeutige Erfolge erkennen, wenn man sich auf den Weg über den Schulhof begeben hat. Durch größte Motivation und Anstrengung aller Beteiligten standen mehrere Spielhügel, Tipis, es gab einen halb fertigen Weidentunnel, Trockenmauern, Beete mit Pflanzen und soweit das Auge reichte Schüler, die tatsächlich gut gelaunt und ausgeglichen an ihren jeweiligen Stationen arbeiteten, oder an anderen Stationen aushalfen. Es war ein Anblick, den man nicht oft im Schulalltag zu Gesicht bekommt.

“Das Arbeiten macht mir mehr Spaß als Schule, weil ich mich gerne mit Pflanzen beschäftigte. Momentan halte ich zwar nur tote Stöcke in der Hand, es ist aber trotzdem besser, als den ganzen Tag in der Schule zu sitzen.”, sagte die 12. Klässlerin Paula R. aus, während sie mit der Konstruktion eines Weidentunnels beschäftigt war. Am Donnerstag konnte man schon mehrere vollständige Projekte bewundern. Die Arbeit schien sich auszuzahlen und man konnte sich bereits sehr gut vorstellen, wie der fertige Schulhof einmal aussehen würde. Die allgemeine Motivation der Schüler spiegelte dies zweifelsohne wider. Alle waren gut gelaunt und energiegeladen. Diejenigen, die bereits mit ihren Projekten fertig waren, halfen anderen Gruppen, ebenfalls ihre Ziele zu erreichen. Denn Teamwork makes the dream work!

Freitagmorgen konnte man bei einem Rundgang über den Schulhof trotz niedriger Temperaturen in hunderte zufriedene Gesichter blicken. Wir hatten gemeinsam etwas erreicht, das nun kurz vor der Fertigstellung stand. An der ein oder anderen Station wurde noch ein wenig bepflanzt und dekoriert, aber generell war ein Schulhof zu sehen, für den es sich allemal gelohnt hatte, jeden Tag mehrere Stunden hart zu arbeiten.

Um das Projekt vernünftig abzurunden, gab es zum Mittag ein Hoffest für alle Helfer, bei dem es neben einer Rede auch Bratwürste und natürlich jede Menge gute Laune gab. Stolz blickten wir zurück auf das Herzblut, den Schweiß und die Anstrengung, die wir in dir Errichtung unseres neuen Schulhofs gesteckt hatten, und auf das Ergebnis, das sich auf jeden Fall sehen lassen kann. Wir freuen uns schon jetzt auf das neue Schuljahr, in dem der Schulhof eingeweiht werden soll.

Um die gesamte Woche auf den Punkt zu bringen, könnte man wie Lorenz C. aus der 9. Klasse sagen: “Anstrengend, aber schön”, denn damit hat er definitiv Recht.

 

Bericht Station 1: Spielgelände Richtung Parkplatz

Ziel der Station 1 war es, einen gigantischen Hügel zum Spielen, Toben und Kind sein zu errichten. Es sollten kreative Wege und Treppen erbaut werden. Des Weiteren war es geplant, einige Pflanzen zu setzen und zu säen. Dafür waren zwar schon allerhand Materialien, so zum Beispiel eine Menge Erde sowie Baumstämme vor Ort, trotzdem mussten zunächst weitere Baustoffe wie beispielsweise Steine herangeholt werden. Während diese Aufgabe von hoch motivierten Obergrupplern übernommen wurde, kümmerten sich andere Gruppenmitglieder darum, den Hügel auf der Oberseite planzurichten. Bereits am ersten Tag hatte der Hügel seine grobe Form angenommen. Außerdem arbeiteten die Schüler an zwei Steinmauern, die bereits Mitte der Woche fertig waren. Danach musste nur noch Erde aufgelockert werden, um sie zu bepflanzen. Auch die Treppen wurden noch fertig gebaut, damit die Gruppe am Freitag einen vollständigen Spielhügel präsentieren konnte.

 

 

Station 2: Spielgelände Parkplatz

Die zweite Station des Projekts hatte das Ziel, eine Tipi-Landschaft aus Geäst zu erschaffen. Auch Hecken sollten in der Nähe des Parkplatzes entstehen, welche als Sichtschutz eingeplant waren. Die Gruppe, welche vorwiegend aus Schülern der Untergruppe bestand, nahm ihre Arbeit zwar sehr ernst, hatten aber trotzdem äußerst viel Spaß bei der Ausführung dieser. Bereits am zweiten Tag konnten sie stolze vier Tipis präsentieren, die sie voller Eleganz, Geschick und Teamwork errichtet hatten. Obwohl das Team den Zusammenbruch eines der Bauwerke verkraften musste, ließ es sich nicht unterkriegen. Am Mittwoch standen sechs robuste Tipis, die alle zwar alle eine unterschiedliche Form aufweisen, aber eine entscheidende Gemeinsamkeit besitzen: Sie alle garantieren maximalen Spaß auf den zukünftigen Bewegungspausen!

 

 

Station 3: Mauer bekleben

Die dritte Station, welche von Schülern der Mittelgruppe freudig übernommen wurde, hatte das Bestreben, die Mauer, welche sich bei den Schaukeln auf der Vorderseite des Schulhofes befindet, zu verschönern. Dafür wurden zunächst Steine herangeschafft und sorgfältig gewaschen. Danach wurde eine Zementmischung angerührt, die für die Beklebung der Mauer mit den Steinen verwendet wurde. Des Weiteren richtete die Gruppe ein Beet über der Mauer ein, welches bepflanzt wurde. So schaffte es die Gruppe, auch diesen Bereich des Schulhofes um einiges freundlicher zu gestalten.

Station 4: Spielgelände Parkplatz

Die Station 4 beschäftigte sich mit dem Spielgelände am Parkplatz. Sie kümmerte sich in erster Linie um eine Verschönerung des Bereiches in der Nähe der Schaukeln, welcher in den Bewegungspausen schon immer eine beliebte Anlaufstelle für Schüler aller Altersgruppen war. Um den Bereich optisch angenehmer zu gestalten, säuberten die Schüler per Hand den Kies rund um die Balancierstange. Sie sammelten all den Schmutz heraus, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hatte. So sah man schon Montagnachmittag eine deutliche Besserung. Außerdem entfernte die Gruppe viel Gras im gesamten Bereich, woraufhin sie weiche Kunststoffplatten unter die Kletterstangen und Schaukeln legen konnten, da Sicherheit ein enormer Faktor bei der Gestaltung des Spielplatzes war. Am Mittwoch wurde die Balancierstange voller Kraftaufwand ausgegraben und abtransportiert. Damit war die Gruppe bereits fertig und konnte voller Tatendrang nach weiteren Herausforderungen an anderen Stationen suchen.

Station 5: Hecke pflanzen

Was wäre ein Schulhof ohne eine ausreichende Begrünung? Auf jeden Fall nicht der neue Schulhof der FGS! Die fünfte Station sorgte nicht nur dafür, dass einige Pflanzen sowie eine Hecke gesetzt wurden, sondern sie half auch anderen Gruppen bei der Setzung ihrer Gewächse. Die Gruppe arbeitete zügig und effizient, und beachtete dennoch eine gewisse Sorgfalt, die beim Umgang mit Pflanzen eingehalten werden muss.

Rosalie Stolle