Für die Freie Gemeinschaftliche Schule "Maria Montessori" an der Tschaikowskistraße in Freiberg gibt es große Pläne. Volker Didzioneit, Geschäftsführer des Schulvereins, und Ayman Rakrouki mit einem Entwurf.
Foto: Eckardt Mildner

Freiberger Montessori-Schule soll einen Anbau bekommen

Der Trägerverein der einzigen Freien Schule der Stadt hat das Grundstück mit der einstigen Gorkischule gekauft. Er plant einen zwei Millionen Euro teuren Neubau in Modulbauweise. Doch das soll nur der erste Schritt sein.

Freiberg. Das Gebäude der Montessorischule an der Freiberger Tschaikowskistraße spottet jeder Beschreibung: Die Farbe blättert von der Fassade, einige Fenster schließen nicht mehr richtig, die Wasserleitungen sind veraltet. Zudem entspricht der Brandschutz nicht den aktuellen Anforderungen. Jetzt ist der Christliche Schulverein Freiberg als Träger der Freien Schule in die Offensive gegangen. Er hat das rund 1,4 Hektar große Grundstück des früheren Rüleingymnasiums (zuvor Gorkischule) für rund 385.000 Euro von der Stadt gekauft. "Wir planen einen zwei Millionen Euro teuren Teilneubau in Modulbauweise", sagt Volker Didzioneit, Geschäftsführer des Christlichen Schulvereins.
Architekten hätten auch aus Kostengründen von einer Sanierung des alten Schulgebäudes abgeraten. "Und einen kompletten Neubau können wir nicht stemmen", sagt Didzioneit. Ines Eisoldt, zweite Vorstandsvorsitzende des Vereins, ergänzt, dass der Verein in den vergangenen Jahren keine Möglichkeit hatte, ein finanzielles Polster zu schaffen. "Obwohl das Gesetz eine Gleichbehandlung gebietet, erhalten wir im Vergleich zu staatlichen Schulen seit diesem Schuljahr nur etwa 75Prozent der Mittel, vorher waren es sogar nur 55 Prozent", sagt sie.

Laut Didzioneit soll das Projekt bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden. Vorgesehen ist ein zweigeschossiger Neubau in Holzmodulbauweise. Zwölf Module sollen aufgestellt und miteinander verbunden werden. Die Nutzfläche wird 900Quadratmeter betragen. Ein überdachter Übergang wird das neue mit dem alten Gebäude verbinden. Dieser Übergang ist aber nur provisorisch, denn in etwa sechs Jahren ist ein weiterer Modul-Neubau geplant. Dann soll die alte Schule abgerissen werden. Nach dem ersten Bauabschnitt soll aber zunächst noch Unterricht in der unteren Etage des alten Schulgebäudes laufen.

Fördergeld für das Projekt sei bereits bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) beantragt. Bis zu 40 Prozent der Ausgaben könnten bezuschusst werden. Allerdings ist das Förderprogramm für die schulische Infrastruktur seit Jahren überzeichnet. "Die Schulträger beantragen mehr Fördermittel als zur Verfügung stehen", bestätigt eine SAB-Sprecherin. Für 2016 lägen bereits Anträge für rund 116 Millionen Euro vor. Zum Vergleich: In diesem Jahr werden 50 Millionen Euro Zuschüsse gezahlt.

"Wir kommen um einen Neubau nicht herum. Denn wir müssen die Brandschutz-Auflagen erfüllen", sagt Didzioneit. Der Verein wolle an Stiftungen herantreten und Sponsoren suchen. "Wahrscheinlich müssen wir aber auch das Schulgeld erhöhen", kündigt der Geschäftsführer an. Derzeit liegt das Schulgeld bei maximal 99,90 Euro pro Schüler, mit Hortbetreuung 164,34 Euro. An der Freien Schule lernen 220 Schüler. www.fgs-freiberg.de

 

 

So sieht der bisherige Entwurf für den Anbau an das alte Schulgebäude aus.
Grafik: Architekturbüro An der Elbe Riesa

Text: Heike Hubricht
erschienen am 04.09.2015