
Endspurt in der Abiturstufe – das bedeutet alle Jahre wieder: Abiturprüfungen für die einen und Wissenschaftliche Arbeit für die anderen, beides natürlich Langzeitprojekte, bei denen jedoch selbst der beste Zeitmanager in der Endspurtphase deutlich ins Schwitzen kommt.
So kämpften auch in diesem Schuljahr unsere Schüler:innen aus den Jahrgängen 11 und 12 mit der Tatsache, dass die Projektwoche „Wissenschaftliche Arbeit“ eben nur fünf Tage hat und das wohlverdiente lange Wochenende leider erst nach dem Ausdrucken der fertigen Arbeit begonnen werden kann. Natürlich, seit Herbst war man sich dessen bewusst gewesen, dass die Arbeitszeit bereits begonnen hatte, jedoch führt bekanntlich nicht jedes Bewusstsein automatisch zur Initiative. So waren die Wochen verstrichen, während im Hinterkopf vage Projektideen heranwuchsen und eben auch so vieles andere bewältigt werden musste. Umso schöner, dass schließlich, nach einer sehr intensiven und teilweise auch krisengeschwängerten Arbeitswoche, am Freitag um 16 Uhr elf fertig ausgedruckte Wissenschaftliche Arbeiten vorlagen.
Die Themen zu diesen Arbeiten sind frei wählbar, Unterstützung bekommen die Schüler:innen von einem aus dem Kollegium gewählten Mentor. Wichtig ist, die Fragestellung so zu entwickeln, dass das Ergebnis über eine bloße Betrachtung des Forschungsstandes hinausgeht. Nach Abgabe muss zudem die Wissenschaftliche Arbeit im Rahmen eines Kolloquiums, bestehend aus Präsentation und Prüfungsgespräch, öffentlich verteidigt werden.
Auch in diesem Jahr erstaunte die Themenwahl einiger Schüler:innen, gleichzeitig spiegelt sie deutlich die vielseitigen und teilweise auch sehr ambitionierten Interessen unserer 11.- und 12.-Klässler. So wurde unter anderem versucht, das Problem der Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn zu lösen oder ein neues, phonetisch begründetes Rechtschreibkonzept zu entwickeln, das all unzàrè dísbètsűklicèn Próblémè überwinden könnte. Eine Schülerin veranschaulichte die Deeskalationsstrategien von Oktopussen, eine andere evaluierte den bestehenden Sportunterricht an der FGS und konnte, dank einer Umfrage in der Obergruppe, durchaus realisierbare schüler- und lehrerfreundliche Gestaltungsmittel unterbreiten. Des Weiteren wurde die Fragen beantwortet, ob umgedrehte Busse am Dresdner Neumarkt oder ein Kruzifix, das in einer gelblichen Flüssigkeit badet und betitelt ist als „Piss Christ“, tatsächlich als zeitgenössische Kunst eingeordnet werden sollten. Für uns alle waren dies durch und durch bereichernde Stunden und wir sind gespannt, was wir im nächsten Schuljahr von unseren wissenschaftlichen Arbeiter:innen lernen dürfen.

Während die einen also forschten und tippten, machte die andere Abitur. Ganz allein kämpfte sich Lucill Seifferth durch ihre acht Prüfungen. Natürlich wurde sie unterstützt von den Kolleg:innen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und der FGS, jedoch hätte es sicher gut getan, wenigstens einen weiteren Mitstreiter an Bord zu haben.
Umso stolzer sind wir, deine Lehrer:innen und Mitschüler:innen, auf dich und das Erreichte, liebe Lucill. In deinen Lieblingsfächern konntest du glänzen, in den anderen gelang es dir, gelassen zu bleiben. Von deinen Stärken konntest du profitieren, ja teilweise sogar über dich hinauswachsen, und deine Schwächen konntest du einfach akzeptieren. Dies alles ist für uns, liebe Lucill, ein wunderbares Ergebnis unserer schulischen Ausbildung. Ein Schulabschluss ist etwas, auf das jeder stolz sein darf. Ein Schulabschluss jedoch, mit dem man selbst voll und ganz zufrieden ist, weil man anerkennt, dass dieser die eigenen Potenziale und Anstrengungen spiegelt, das ist eine wunderbare Erfahrung, von der man bei allen zukünftigen Herausforderungen profitieren wird. In diesem Sinne: Weiter so!
Text: Verena Steinhardt
