Fuck, what they tell you!

Schüler der FGS bringen Street Art beim Unart-Performance-Wettbewerb auf die Bretter der Welt!

Wir haben es geschafft! Wir haben beim Unart-Performance-Wettbewerb beim Staatsschauspiel Dresden voll gerockt!

Alles hat damit angefangen, dass wir beim Urban Art Festival LackStreicheKleber in Dresden im August unser Können an der Wand beim Urban Shop vor der Scheune gezeigt haben.  Während unserer Sprühaktion wurden wir von einer Dame vom Staatsschauspiel Dresden angesprochen, ob wir eine feste Teenagergruppe wären und ob wir Lust hätten mal eine Performance zu entwickeln. Das Staatsschauspiel Dresden suchte Gruppen von jungen Menschen im Alter von 14-20 Jahren, die mit einem Coach eine 15 minütige Performance entwickeln. Das Konzept ist von der BHF-Bank-Stiftung mit Theatern in Frankfurt, Dresden, Hamburg und Berlin ins Leben gerufen worden. (unart.de)

Erst dachten wir, dass wir in das Format nicht reinpassen, aber nachdem wir zweimal vom Staatsschauspiel angeschrieben wurden, ob wir Lust hätten, dachten wir: „Hey, mehr, als dass sie uns nicht nehmen, kann uns nicht passieren!“ Also machten wir am 2. EKP-Tag ein Video. Für das Filmmaterial wurde unser Container mit allen möglichen Techniken der Street-Art bearbeitet. Wir schickten das Video nach Dresden. 

Dann kam der Anruf: Sie würden uns nehmen, aber nur die Schüler ab 14 Jahren. Das war für uns ein Wermutstropfen. Wir besprachen das in der Gruppe, ob wir das, unter diesen Bedingungen dann überhaupt machen wollten. Die EKP Gruppe entschied sich dafür. So fuhren am 16. Oktober 2017 Til, Elli, Max, Willy Franzi, Juliane und Ronja mit Frau Heinelt nach Dresden. Davor mussten wir noch eine dreiminütige Performance entwickeln. Das war eine Herausforderung, weil genau zu dem Zeitpunkt alle im Praktikum waren. Aber hey, wozu gibt es What‘s App!

Vor Ort trafen wir die anderen sechs Gruppen, die beim Wettbewerb teilnahmen kennen. Und verdammt! Die waren alle fast älter als wir und hatten definitiv mehr Theatererfahrung! Das hat uns sehr beeindruckt! Auch lernten wir unseren Coach in Form eines Videos kennen, da er selbst an dem Tag in einer anderen Stadt zu tun hatte: Heiki Ikkola. Er ist freischaffender Puppenspieler, Regisseur, Schauspieler, Autor, hat schon viele Festivals wie den Dresdner Schaubudensommer organisiert und geleitet  und gehört zum Kernteam der Compangnie Freaks und Fremde (unart.net/coaching). 

Kennen gelernt haben wir Heiki hier bei uns an der FGS. Und er hat uns erstmal klar gemacht, dass wir zwar eine Kunstform haben, die wir gerne zeigen würden, aber was wollen wir damit genau aussagen? Die Aussage unserer Performance zu finden, war mit das Schwerste! Zuerst haben wir uns mit allgemeinen sozialen und gesellschaftlichen Themen beschäftigt. Dazu kam folgende Kritik:  „Was hat das mit uns zu tun?“ Also verwarfen wir alles, was wir vor den Weihnachtsferien erarbeiteten hatten. Gute Impulse, wie es die anderen Gruppen machen, gab es beim Zwischentreffen am 6.1.18. und verdammt, waren die anderen gut! Wir fassten uns das Ziel, wenigstens irgendwie an das Niveau der anderen Gruppen ran zukommen! Mit neuen Eindrücken vom Zwischentreffen und Heikis Rat, dass jeder von uns einen Text oder eine Miniperformance kreieren soll, die ihn selbst repräsentiert, gab den Durchbruch. Es sind von jedem Einzelnen von uns Sachen gekommen, die ihn selbst darstellen: Tanz, das Jonglieren mit gewagten Alltagsgegenständen, unglaublich beeindruckende und persönliche Texte usw. … Endlich kamen unsere Sorgen, Ängste und Wünsche zum Vorschein. Und damit arbeiteten wir weiter! 

Ein großes Problem bestand darin, dass viele Techniken der Street Art wie Spraydosen oder Farbbomben im Theater nicht angewendet werden durften. Um zu Sprühen nutzten wir dann Gartenpumpen aus dem Baumarkt. 

An den zwei EKP-Tagen im Februar probten die Schüler noch einmal intensiv mit Heiki Ikkola und bekamen noch Unterstützung vom Christiane Lehmann der Koordinatorin des Wettbewerbs und von Katja Turtl von der Ausstattung. Nach diesem zwei sehr intensiven Tagen stand das Konzept unserer Performance „Fuck, what they tell you!“

Nach den Winterferien ging es auch gleich in den Endspurt! Am 28.3.18 hatten wir unsere Technische Einrichtung. D.h. 2,5 Stunden viel Rumstehen, vom Licht der Scheinwerfer geblendet werden und noch einmal Kleinigkeiten ändern, weil man dann doch merkt, dass etwas Geplantes auf der Bühne nicht funktioniert!

Am 1.3.17 hatten wir von 10 Uhr bis 15 Uhr Generalprobe. Endlich sahen wir, was die anderen Gruppen entwickelt hatten: Manche machten eine Live-Instagram-Show, stellten ihre neun Tage zu Sechst Zusammenleben vor. Andere besprühten sich mit einem Feuerlöscher, schmissen sich Torten ins Gesicht, nahmen die #metoo Debatte auf und andere zeigten wie geil ICH sein kann. Die Messlatte war also sehr hoch, weil alle Gruppen echt cool waren. Wir waren erstaunt, als Heiki und Frau Heinelt nach der Generalprobe zu uns kamen und sagten, dass wir definitiv genauso gut sind, wie die übrigen Gruppen. Das nahm uns die Nervosität, so dass wir Abends um 18 Uhr beim ersten Finale weniger Lampenfieber hatten! Und dann rockten wir die Bühne! 

Wir beschrieben Freiberg als unsere kleine graue Scholle, die etwas bunter werden könnte und dass der Park ohne die Punks gruselig ist, zeigten unser Können beim Jonglieren mit Messern und  beim Knife Game, erzählten von unseren innigsten Gefühlen, die man manchmal auf der Haut spürt,  beschmierten eine Wand  mit unseren Visionen und tanzten uns unseren Frust von der Seele. Schon am ersten Abend bekamen wir tolles Feedback und einen phänomenalen Applaus!

Am zweiten Abend gaben wir noch einmal alles! Das 2. Finale lief perfekt. Heiki Ikkola kam zur Pause begeistert hinter die Bühne und konnte seinen Stolz kaum verbergen. Und dann war es soweit! Das Ergebnis der Jury wurde verkündet. Für alle Gruppen war bis zu diesem Zeitpunkt das Weiterkommen ins Best of nur eine Nebensache gewesen, weil man sich in den drei Tagen so sehr mit den anderen Gruppen angefreundet hat, dass wir es allen gegönnt haben. 

Es ist jedoch das passiert, was wir nie erwartet hätten. Wir waren ernsthafte Kandidaten für das Best of in Berlin und Hamburg. Wir haben das Best of also nur knapp verpasst und haben somit den „3. Platz“ gemacht. Die Jury würdigte uns als beste Newcomer- und Nichttheater-Gruppe, die es geschafft hat, sowohl das Gemeinsame - die Street Art - zu visualisieren, aber auch die Individualität jedes Einzelnen darzustellen. Auch wurde der Satz „Seitdem die Punks nicht mehr im Park sind, ist der Park gruselig geworden.“ als 2. Bester des Abends gekürt. 

Wir hätten nie gedacht, dass wir überhaupt für das Best of in Hamburg und Berlin zur Debatte stehen. Unser Ziel war es, einigermaßen mit den anderen Gruppen mitzuhalten! Das wir sozusagen den 3. Platz bekommen haben, ist für uns ein voller Erfolg! Diesen konnten wir nur erreichen, weil wir die Chance bekommen haben, bei Unart mitzumachen. 

Wir danken der Crew vom Staatsschauspiel Dresden, vor allem der Organisatorin und Koordinatorin Christiane Lehmann und der Ausstatterin Katja Turtl. Ihre Kritik und Ideen haben uns enorm weitergebracht. Der größte Dank geht natürlich an unseren Coach Heiki Ikkola. Er hat nicht locker gelassen und hat uns dazu gebracht, das Beste aus uns herauszuholen. Das wir so gut sind, hätten wir nie gedacht!

Wir wollen weiter machen! Vielleicht gibt es im nächsten Jahr ein neues Projekt von uns!

Euer Unart-Team „Fuck, what they tell you!“