Letzter Schultag und Höhepunkt, nicht nur für unsere Abiturienten

Traditionell fanden sich heute, am letzten Schultag, alle SchülerInnen zu einer Andacht zum Thema „Loben“ auf dem Schulgelände zusammen. Es wurde gesungen, gelauscht und gelacht.

Es gab Beifall für die SchülerInnen, die ihr Hauptschul- oder Realschulabschlusszeugnis überreicht bekamen.

Der Trommelwirbel der „Blauen Planeten“ leitete einen besonderen Höhepunkt ein.

Erstmalig wurde Schülern aus der FGS zur bestandenen Abiturprüfung gratuliert.

Zum Abschluss gab es für zwei Schülerinnen, die beim bundesweiten Fremdsprachenwettbewerb teilgenommen hatten, eine Urkunde und Beifall.

Allen SchülerInnen, Eltern und dem gesamten pädagogischen Team wünschen wir erholsame Ferien. Wir freuen und auf das Wiedersehen im neuen Schuljahr.

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Ein ganzer Abiturjahrgang passt auf eine einzige Bank

In einen Anzug für den Abschlussball mussten sich Michael Nimmrichter und Franz-Christoph Schneider nicht zwängen. Sie hätten in ihrem Jahrgang auch keine passende Tanzpartnerin gefunden.

Freiberg. Dieses Abifoto war mal schnell im Kasten: Hinsetzen, in die Kamera schauen, fertig. Während es bei anderen Jahrgängen Minuten dauert, ehe sich alle Abiturienten in der richtigen Pose befinden, brauchte der Abschlussjahrgang der Freien Gemeinschaftlichen Schule "Maria Montessori" nur ein paar Sekunden. Denn es mussten gerade einmal zwei junge Männer ins richtige Licht gerückt werden.

Da der Unterricht in der Montessorischule jahrgangsübergreifend abgehalten wird und bis zur 13. Klasse geht, waren Michael Nimmrichter und Franz-Christoph Schneider im vergangenen Schuljahr mit ein und zwei Jahre jüngeren Schülern gemeinsam in einer Klasse. "Insgesamt waren aber auch das nur fünf", sagt Franz-Christoph Schneider. "Die älteren Jahrgänge sind halt die ersten, die auf diese Schule gegangen sind. Und damit noch recht wenig."

Schneider und Nimmrichter sind sogar die allerersten, die an der Freien Gemeinschaftlichen Schule das Abitur gemacht haben. Seit der sechsten Klasse lernen die mittlerweile 19-Jährigen in dieser staatlich genehmigten aber nicht anerkannten Schule. "Zu den Prüfungen für den Realschulabschluss mussten wir uns klagen. Das ist aber schon ein Routinevorgang in Sachsen", erzählt Schneider. Und Nimmrichter ergänzt: "Da wir keine anerkannten Vorleistungen erbringen konnten, mussten wir beim Abi mehr Prüfungen bestehen als alle anderen."

Davon, dass sie statt drei schriftlicher und zwei mündlicher jeweils vier schriftliche und mündliche Prüfungen absolvieren mussten, haben die zwei jungen Männer aber schon gewusst, als sie sich für diesen Weg entschieden haben. "Und wir haben es nie bereut", sagt Nimmrichter. Abgenommen wurden ihnen die Abschlussprüfungen am Brand-Erbisdorfer Cottagymnasium. Als Schulfremde. So steht es auch auf ihren Zeugnissen. Und die sind staatlich anerkannt.

Denn nach dem Lehrplan werden auch die Schüler an der Freien gemeinschaftlichen Schule unterrichtet. Mehr fächerübergreifender Unterricht, individuelle Betreuung durch kleine Klassen und durch die 13. Klasse mehr Zeit zur Vorbereitung auf das Abi - das schätzen die beiden ersten Schüler, die das Abitur am Cottagymnasium als Schulfremde bestanden haben, am meisten an ihrer Schule. "Das sind die Vorteile. Die Nachteile sind, dass wir mehr Klausuren beim Abi hatten und dass die mündlichen Prüfungen erst sehr spät, nämlich Ende Juni, stattgefunden haben", sagt Michael Nimmrichter. "Als die Abiturienten der anderen Schulen schon mit der Trillerpfeife draußen rumgerannt sind und ihren Abschluss gefeiert haben, hatte ich gerade Konsultation."

Doch jetzt kann auch der kleinste Abschlussjahrgang des Kreises die Ferien genießen, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Michael Nimmrichter will Medieninformatik studieren, Franz-Christoph Schneider erst einmal ein Jahr Bundesfreiwilligendienst in der Pflege machen.

erschienen am 11.07.2014
Text: Thomas Reibetanz
Foto: Marcel Schlenkrich