Sommer, Sonne, Strand … und Regen

Eine Woche lang erlebten unsere Kinder und Eltern einen abwechslungsreichen Wettermix, bestehend aus sommerlichen Sonnenfluten und herbstlichen Regengüssen. Nichts desto trotz zog es uns auf der Ostseeinsel Rügen immer wieder an den Strand, denn diese eine Woche Strandurlaub wollte einfach genutzt werden.
Mit 34 Kindern und 8 Eltern starteten wir am ersten Sonntag der Sommerferien um 6 Uhr ins norddeutsche Abenteuer. Die Vorfreude war schon Tage vor Beginn dieser Reise zu spüren und so konnten einige die Abfahrt kaum erwarten. Sicherlich nicht zu Unrecht!
Viele Höhepunkte, ein toller Strand, (zum Teil) schönes Wetter und sehr viel Spaß erwartete uns im Feriendorf Gager.
Hoch hinaus ging es bereits am Montag, als wir eine Wanderung nach Thiessow mit der Besteigung des dortigen Lotsenturms gipfelten. Die Aussicht auf die gesamte Bucht entschädigte für den drei Kilometer langen Fußmarsch, welcher nicht bei jedem auf grenzenlose Freude traf.
Am Nachmittag wurde es dafür umso feierlicher, denn die Cocktailparty sorgte für gute Laune -  sowohl bei den Kleinen, als auch bei den Großen. Mit selbstgemixten Getränken, bestehend aus verschiedenen Säften und Früchten, erfrischten wir uns auf eine ganz besonders kulinarische Art und Weise….hmmmmm war das lecker.

An den nächsten Tagen folgte ein weiteres Highlight dem anderen, so besuchten wir eine Knotenschule und erlernten unzählige Seemannsknoten. Wie es sich für echte (Noch-)Landratten gehörte, musste jeder Teilnehmer eine sehr schwierige Prüfung unter den Augen der „echten“ Seemänner absolvieren. ABER – und das war ein riesiger Erfolg für unsere „Hochgebirgler“ – es bestanden ALLE mit Bravour und so konnten wir die einheimischen mächtig beeindrucken. Mit diesem Triumpf traten wir die „Heimreise“ an, wo wir von einer sehr wasserreichen Regenfront begleitet wurden. Was wären wir für neu getaufte Seeleute, wenn wir uns von diesem Wetter hätten beeindrucken lassen? Genau dies taten wir nicht und zogen uns ins Meer zurück…vielleicht auch mit einer gewissen Hoffnung, dass wir nicht allzu nass von oben werden!? Ob das geholfen hat?

Auch eine echte Strandolympiade fand in der selbsternannten „SUNNY-BEACH-ARENA“ statt. Unter der anfeuernden Sonne kämpften unsere Gladiatoren um wertvolle Punkte für ihre Teams. Drei Mannschaften duellierten sich im Burgenwettbauen, Wasserschöpfen, Wettrennen und „Gladiatoren-im-Sand-verstecken-Spiel“. Wer am Ende gewonnen hatte war völlig egal, denn alle Sportler gingen aufs Ganze und trotzen der hitzigen Sonne. Zur Belohnung gab es ein Entspannungsbad im Whirlpool „Ostsee“.

Nicht nur sportlich, sondern auch modisch ging es im hohen Norden zur Sache. Eine spontane Modenschau gipfelte einen sehr heiteren Abend, an dem viele selbst ausgedachte Spiele/ Sketche von den Kindern dargeboten wurden. Ein Kind, eines jeden Zimmers, sollte sich mit der Kleidung der anderen „verschönern“ und stolz zur Schau tragen. Diese „Topmodels“ sorgten für viel Heiterkeit unter dem fachkundigen Publikum und hätten selbst bei einem gewissen Bruce Darnell (wer auch immer das ist!?) für sehr viel Bewunderung gesorgt. Die tobende Menge entschied sich zum Abschluss dafür, dass alle „Ladies and Gentlements“ zu Siegern des Contests ernannt wurden.

Es wurde aber nicht nur gefeiert und gelacht!!! Nein, auch die (eigentlich unbezwingbaren) Zickerschen Berge wurde erklommen und am sogenannten Nonnenloch unter sehr gefährlichen Bedingungen nach Fossilien gesucht. Die riesige Kreidefelswand im Rücken, das tobende Meer vor Augen und die Angst im Kopf trieb uns immer weiter voran…mit aller Macht und letzter Kraft wollten wir Bernsteine, Donnerkeile und Fossilien finden. Es war nicht einfach, aber wir waren erfolgreich. Bis auf das „Ostseegold“ fanden wir alles und konnten mit diesen Glücksgefühlen die ganzen Qualen und Ängste der letzten Stunden vergessen machen.

Bloß gut, dass wir tapfere Urlauber mit an Bord hatten. Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn wir an der Steilküste schlapp gemacht hätten! Diese harte Prüfung war aber ein „Klacks“, wenn man bedenkt, dass wir an einem Nachmittag noch Besuch aus der rauen und tiefen Ostsee bekamen. Ariel? Nessie? Frau Descher? …. OOOOHHHH NEIN….es war viel grüner, viel mächtiger und viel beeindruckender!!! Es war Neptun mit seinem Gefolge. Der Herrscher der Meere suchte uns und fand uns schließlich am sonnenüberfluteten Strand vor Gager. Da war es wieder, das Gefühl der Starre und Panik. Aber die Kleinsten schlugen sich tapfer und ließen sich mutig (vielleicht auch bereits abgehärtet durch die vorher erwähnte Wanderung!?) vom Herrscher taufen. Die zu absolvierenden Mutproben (Brühe des Meeres trinken, süße Tiere der Unterwasserwelt mit dem Mund angeln, u.v.m.) wurden mehr oder weniger gern hingenommen, aber es kam auch vor, dass sich einige drücken wollten und wegrannten. Eine echte Chance zur Flucht hatte aber keiner, denn das Neptungefolge war sehr athletisch und dynamisch (oder war es doch nicht ganz so?) unterwegs und schwebte quasi den Flüchtlingen über den Sandstrand hinterher. Letztendlich sorgte der Auftritt vom grünen Neptun für sehr viel Aufregung am gut gefüllten Strand.

Leider waren die sieben Tage sehr schnell vorüber und am Sonntag mussten wir nach einer kraftraubenden Woche wieder die Heimreise antreten. Dennoch packten wir unsere Koffer gern, denn nicht nur die verschmutzten Sachen – und davon gab es sehr viele – kamen hinein, sondern ganz viele Erinnerungen an eine erlebnisreiche und spannende Ostseereise, die wir so gern im kommenden Jahr wieder auffrischen würden.

In diesem Sinne
„Seemann und Seefrau AHOI!“